Kellerfenster Maße: Standardgrößen und richtig ausmessen

Kellerfenster haben oft andere Maße als normale Hausfenster – sie sind meist kleiner, quadratischer und folgen eigenen Standards. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Standardmaße es gibt, wie Sie richtig ausmessen und worauf Sie beim Kauf achten müssen.

Kellerfenster Standardmaße: Die häufigsten Größen

Anders als bei Wohnraumfenstern gibt es bei Kellerfenstern eine begrenzte Anzahl an Standardgrößen, die in den meisten Baumärkten und Online-Shops ab Lager verfügbar sind:

Breite x Höhe (cm) Typischer Einsatz Ungefährer Preis (Kunststoff, 2-fach)
60 x 40 Sehr kleine Keller, Lichtschächte ab 80 €
80 x 60 Häufigste Größe in Altbauten ab 100 €
100 x 60 Standard bei Neubauten ab 120 €
100 x 80 Größere Kellerräume, Werkstätten ab 140 €
120 x 60 Lange, flache Kellerfenster ab 150 €
80 x 80 Quadratisch, oft in älteren Häusern ab 110 €

Wichtig: Diese Maße beziehen sich auf die Außenmaße des Rahmens (auch „Bautiefe” oder „Blendrahmenmaß” genannt). Das Lichte Maß (die Öffnung im Mauerwerk) ist etwa 1–2 cm größer.

Richtig ausmessen: So vermeiden Sie Fehler

Beim Ausmessen eines Kellerfensters gibt es drei kritische Maße, die Sie vor der Bestellung unbedingt prüfen müssen:

1. Breite (horizontal)

Messen Sie die lichte Öffnung des Mauerwerks von innen nach außen – und zwar an drei Stellen: oben, mittig und unten. Nehmen Sie das kleinste Maß als Referenz.

2. Höhe (vertikal)

Auch hier: oben, mittig und unten messen. Oft sind Altbau-Öffnungen nicht perfekt rechtwinklig – das kleinste Maß zählt.

3. Mauerwerkstiefe

Messen Sie, wie dick die Wand ist. Standard sind 24 cm (1 Stein) oder 36,5 cm (1,5 Steine). Bei dickeren Wänden brauchen Sie eventuell Laibungsverbreiterungen.

Faustregel: Das Fenster sollte 1–2 cm kleiner sein als die lichte Mauerwerksöffnung, damit Platz für Montageschaum, Dichtband und Justierung bleibt.

Beispiel:

  • Lichte Mauerwerksöffnung: 102 cm x 62 cm
  • Empfohlenes Fenster: 100 cm x 60 cm

DIN-links oder DIN-rechts? Anschlag richtig bestimmen

Neben den Maßen ist auch der Anschlag entscheidend – also die Seite, an der das Fenster aufgeht.

  • DIN-links: Scharniere links, Griff rechts (von innen gesehen)
  • DIN-rechts: Scharniere rechts, Griff links (von innen gesehen)

Tipp: Stellen Sie sich vor das Fenster (von innen) und öffnen Sie es zu sich hin. Sind die Scharniere links? → DIN-links. Sind sie rechts? → DIN-rechts.

➡️ Mehr dazu: DIN-links oder DIN-rechts beim Kellerfenster: So bestimmen Sie die richtige Anschlagsrichtung

Einbau im Altbau: Besonderheiten beachten

Altbauten haben oft unregelmäßige Öffnungen, verzogene Laibungen oder fehlende Dämmung. Typische Probleme:

  • Schräge Laibungen: Mauerwerk nicht im rechten Winkel → Keilrahmen oder Ausgleichsprofile nötig
  • Fehlende Dämmung: Alte Kellerfenster sitzen oft direkt im Mauerwerk ohne Dämmebene → nachträglich dämmen mit PU-Schaum und Kompriband
  • Rost und Feuchtigkeit: Alte Stahlrahmen können eingerostet sein → vor Neueinbau gründlich sanieren

Tipp: Bei stark verzogenen Öffnungen lohnt sich die Beauftragung eines Fachbetriebs – selbst bei DIY-tauglichen Standardmaßen.

➡️ Mehr dazu: Kellerfenster einbauen: Schritt-für-Schritt für Heimwerker

Material und Verglasung: Was ist sinnvoll?

Material:

  • Kunststoff (PVC): Standard – günstig, wartungsarm, gute Dämmung (U-Wert ab 1,3 W/(m²K))
  • Aluminium: Teurer, aber extrem langlebig und ideal bei großen Formaten
  • Holz: Selten bei Kellerfenstern – pflegeintensiv und feuchtigkeitsanfällig

Verglasung:

  • 2-fach: Standard für unbeheizte Keller (U-Wert ~1,1 W/(m²K))
  • 3-fach: Sinnvoll bei beheizten Kellern oder Passivhaus-Standard (U-Wert ~0,7 W/(m²K))
  • VSG (Verbundsicherheitsglas): Empfohlen für Einbruchschutz (vor allem bei leicht zugänglichen Schächten)

➡️ Mehr dazu: 2-fach vs 3-fach Verglasung beim Kellerfenster: Was ist sinnvoll?

Wo kaufen? Passende Produkte finden

Kellerfenster in Standardmaßen sind ab Lager lieferbar – entweder online oder im Baustoffhandel. Achten Sie auf:

  • Dreh-Kipp-Funktion (bessere Belüftung als reine Kippfenster)
  • Pilzkopfverriegelung (Einbruchschutz)
  • Wärmeschutzglas (bei beheizten Räumen)

Tipp: Wenn Sie mehrere Kellerfenster tauschen, lohnt sich oft ein Set-Rabatt. Viele Online-Shops bieten ab 3 Stück 10–15 % Preisnachlass.

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Fazit: Kellerfenster-Maße richtig wählen

Das Wichtigste in Kürze:

  • Häufigste Standardmaße: 80 x 60 cm und 100 x 60 cm
  • Messen Sie die lichte Mauerwerksöffnung an mehreren Stellen
  • Fenster sollte 1–2 cm kleiner sein als die Öffnung
  • DIN-links oder DIN-rechts von innen prüfen
  • Bei Altbauten auf schräge Laibungen und Dämmung achten
  • Material: Kunststoff für die meisten Fälle ideal
  • Verglasung: 2-fach Standard, 3-fach bei beheizten Räumen

Mit den richtigen Maßen und etwas handwerklichem Geschick können Sie Kellerfenster problemlos selbst austauschen – oder beauftragen Sie einen Fachbetrieb für saubere, fachgerechte Montage.

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